Am 25. und 26. Juni 2025 verwandelte sich die brandenburgische Elbestadt Wittenberge für zwei Tage in einen quirligen Kleinstadt-Campus. Etwa 350 Teilnehmende aus mehr als 100 Kleinstädten sowie aus Wissenschaft, Verbänden, Ministerien und weiteren Akteursgruppen der Stadtentwicklung waren angereist, um praxiserprobte Lösungen für gemeinsame Herausforderungen miteinander zu teilen. Festival-ähnliche Atmosphäre mit zahlreichen Veranstaltungen unter freiem Himmel traf auf intensiven fachlichen Austausch "von Kleinstädten für Kleinstädte" - ergänzt durch bereichernde Impulse aus Kleinstadt- und Zukunftsforschung sowie wertschätzende Beiträge aus der Bundes- und Landespolitik.
Das Besondere: Beim ersten bundesweiten Kleinstadt Kongress wurde nicht über Kleinstädte gesprochen, sondern unter Kleinstädten. Kollegial, offen und stets mit unmittelbarem Praxisbezug wurden die Themen diskutiert, die Entscheider in kleinen Kommunen täglich beschäftigen.
Im Mittelpunkt des Programms standen die Kleinstädte selbst. Allein in den vier Themenarenen mit den Schwerpunkten Innenstadt, Wohnen, Stadtumbau und Zukunft wurden insgesamt 19 praktische Herangehensweisen an konkrete Fragestellungen der Stadtentwicklung in kleinen Städten vorgestellt - unmittelbar von den Verantwortlichen aus den jeweiligen Kommunen. Weitere gute Ideen aus der Kleinstadt-Praxis ließen sich in anwendungsorientierten Vorträgen und Workshops entdecken - oder auch direkt vor Ort erleben. Denn die gastgebende Kleinstadt Wittenberge war mehr als nur Kulisse. In Form thematischer Stadtspaziergänge sowie etlicher begehbarer Orte gewährten die Stadt selbst wie auch verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure interessante Einblicke in ihre Arbeit.
Was aus vielen der vorgestellten Beispiele deutlich hervorging: Kurze Wege und überschaubare Akteurslandschaften in Kleinstädten sind eine Chance, Vorhaben pragmatisch, agil und kooperativ anzupacken. Was es dafür braucht, sind nicht zuletzt eine Portion Mut der verantwortlichen Entscheider in Verwaltung und Politik, gelingende Kommunikation sowie konsequente Zusammenarbeit - sowohl innerhalb der Stadt als auch interkommunal. Es geht jedoch auch nicht ohne einen entsprechenden Handlungsrahmen, wie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gegenüber Bund und Ländern deutlich zum Ausdruck brachten.
Der Kongress und seine Teilnehmenden sendeten ein starkes Signal: Kleine Städte stecken voller Innovationskraft, Engagement und Lebensqualität. Sie stellen 49 Prozent aller Städte und Gemeinden und stehen für etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Menschen - dementsprechend groß ist ihre Bedeutung für die Herstellung gleicher Lebensverhältnisse. Damit sie ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen können, braucht es gemeinsame Lösungen mit Bund und Ländern sowie praktikable Möglichkeiten, ihre Kompetenzen zu bündeln. Die Kleinstadt Akademie als Schnittstelle zwischen den ca. 2.100 Kleinstädten in Deutschland wird sie dabei in Zukunft aktiv unterstützen.
Fotos: Thomas Sasse & Christian Riemann
Eindrücke aus allen Themenarenen, von den zentralen Programmpunkten und vielen weiteren Momenten der beiden Kongresstage finden Sie in unserer umfangreichen Fotogalerie. Nutzen Sie diese gern auch für Ihre persönlichen Kanäle und Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Live-Interview mit Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie, am Morgen des zweiten Kongresstages
Interview mit Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister von Wittenberge, zu Kleinstadt-Herausforderungen und dem Kongress
Interview mit Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie, zu Kleinstadt-Herausforderungen und dem Bedarf nach einer Kleinstadt Akademie
Interview mit Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt Akademie, zu den Stärkenvon Kleinstädten und der Idee des Kleinstadt Kongresses
Bericht über den ersten bundesweiten Kleinstadt Kongress in Wittenberge